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Deepfakes im Schadenmanagement: Wie Versicherer KI-generierte Schadensfotos erkennen

8. Sept. 2025

- Team VAARHAFT

Wie Versicherer KI-generierte Schadensfotos identifizieren.

(KI generiert)

Generative KI kann einen harmlosen Familienwagen innerhalb von Sekunden auf dem Bildschirm in ein Wrack verwandeln. Für Schadenmanager und Special Investigation Units ist der Anstieg dieser täuschend echten Manipulationen längst kein theoretisches Risiko mehr, sondern eine tägliche operative Herausforderung. Dieser Artikel erklärt, warum das Erkennen KI-generierter Schadensfotos für Versicherer bis 2025 oberste Priorität haben muss, wie Versicherer KI-erstellte Schadensbilder identifizieren können, ohne Sachbearbeiter mit manuellen Prüfungen zu überlasten, und wie maßgeschneiderte Technologien wie Vaarhaft Fraud Scanner und SafeCam in eine nachhaltige Betrugsstrategie passen.

Die lautlose Welle synthetischer Schadensbilder

Die erste große europäische Warnung erfolgte am 16. April 2025, als mehrere Kfz-Versicherer offenlegten, dass Betrüger harmlose Stoßfängerfotos mit Diffusionsmodellen manipuliert hatten, um Kratzer und Risse einzufügen und so durchschnittliche Auszahlungen um rund dreizehntausend Pfund pro Schadenfall aufzublähen. Der Fall, ausführlich beschrieben bei Insurance Business UK, belegt zwei harte Realitäten: Generative Tools sind frei verfügbar, und das menschliche Auge allein reicht nicht mehr aus, um sie zu stoppen.

Warum klassische Kontrollen versagen

Die meisten Versicherer setzen noch immer auf eine zweistufige Bildprüfung. Frontline-Sachbearbeiter werfen einen schnellen Blick auf hochgeladene Fotos, um offensichtliche Manipulationen zu erkennen, während Senior-Reviewer hochwertige Akten gegenchecken. Das funktionierte, als Betrug noch ein grober Klon-Stempel in Photoshop war. Heute scheitert es jedoch an den Herausforderungen bei der Erkennung synthetischer Bilder im Versicherungsanspruch, die durch hochauflösende Modelle entstehen, welche EXIF-Zeitstempel beibehalten oder sogar C2PA-Herkunftsnachweise fälschen. Das Ergebnis ist eine wachsende Lücke zwischen steigenden Einreichungsvolumen und gleichbleibender Personalstärke in der Schadenbearbeitung.

Generative-KI-Bilder im Versicherungsbetrug sind nicht nur visuell schwer zu entdecken. Sie umgehen auch viele automatisierte Red-Flag-Regeln, die sich auf Textanomalien in FNOL-Formularen oder auf die Policenhistorie konzentrieren. Bilder werden oft als statischer Beweis abgelegt, statt analysiert zu werden. Das Playbook 2025 muss deshalb jedes Pixel als Datenquelle behandeln.

Regulatorische und Reputationsrisiken

Der EU AI Act, dessen vollständiges Inkrafttreten 2026 erwartet wird, stuft synthetische Medien, die zur Täuschung eingesetzt werden, als Hochrisiko-Anwendung ein. Vorstände sehen sich daher sowohl finanziellen Risiken als auch möglichen aufsichtsrechtlichen Maßnahmen ausgesetzt, wenn ein Deepfake-Schadenfoto-Check für Versicherer fehlt oder unwirksam ist. Laut Swiss Re SONAR 2025 könnte eine eskalierende Deepfake-Welle den europäischen Kompositversicherern jährlich mehrere hundert Millionen Euro an operativen Verlusten bescheren, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Anatomie eines gefälschten Unfallbildes

Nachfolgend ein kompakter Rundgang durch die Entstehung und den Einsatz synthetischer Visuals. Wer den Prozess versteht, kann die richtigen Kontrollpunkte im Workflow setzen.

  • Generierungsphase: Standardisierte Diffusions- oder GAN-Tools nehmen eine legitime Fahrzeugaufnahme und malen Beulen, gebrochene Scheinwerfer oder Splitterglas hinein. Prompt-Bibliotheken in offenen Foren liefern fertige Anleitungen.
  • Verschleierungsphase: Der Täter skaliert das Composite hoch, um Modellartefakte zu verbergen, gleicht die Beleuchtung an und entfernt oder bearbeitet Metadaten. Manche fügen sogar gefälschte C2PA-Manifeste ein, um Authentizität vorzutäuschen.
  • Operationsphase: Manipulierte Bilder werden massenhaft über Partnerwerkstätten oder Third-Party-Repair-Shops eingereicht. Zahlt der erste Versicherer schnell, kann dasselbe Foto weiterverkauft werden und löst in anderen Märkten doppelte Ansprüche aus.

Pain Points im Schaden-Workflow

Der Druck auf die Durchlaufzeit war noch nie so hoch. Kunden erwarten digitale Auszahlungsentscheidungen innerhalb weniger Stunden, doch genau dieses Tempo nutzen Betrugsnetzwerke aus. Manuelle Prüfer können nicht jedes Pixel von zehntausenden Uploads pro Quartal inspizieren. In vielen Organisationen ist eine tiefere Prüfung erst ab einer Schadensumme vorgesehen, wodurch ein Blindspot für kleine bis mittlere Schäden entsteht, in denen synthetische Visuals gedeihen.

Gefälschte Unfallbilder mit KI erkennen und gleichzeitig die Customer Experience bewahren verlangt daher zwei Fähigkeiten: eine automatisierte Triage, die jede Einreichung nach Manipulationsrisiko bewertet, sowie eine On-Demand-Neuerfassung, mit der ehrliche Versicherte strittige Beweise friktionslos verifizieren können.

Aktions-Checkliste für Detection-Reife 2025

Die folgenden fünf Schritte bündeln aktuelle Best Practices. Sie sind Technologiekomponenten zugeordnet, die Versicherer schrittweise einführen können, ohne ihre Kern-Schadensysteme auszutauschen.

  1. Automatisches Authentizitätsscoring beim Eingang: Jedes hochgeladene oder gemailte Foto erhält einen Synthetic-Likelihood-Score auf Basis von Signal- und Kompressionsmustern. Hohe Scores schicken die Datei in eine Sekundär-Queue, statt den Anspruch sofort zu blockieren.
  2. Metadaten- und Provenance-Validierung: EXIF- und C2PA-Marker auslesen, Aufnahmedatum und Geolocation mit Policendaten sowie dem Schadenhergang abgleichen. Inkonsistente oder fehlende Felder führen zur Tiefenprüfung.
  3. Fingerprinting mit Cross-Claim-Suche: Bilder in kompakte Perceptual Hashes umwandeln und gegen einen datenschutzkonformen Referenzsatz historischer Schadensfotos vergleichen. Wieder- oder nahezu doppelte Bilder deuten auf opportunistischen Betrug oder Staging-Netzwerke hin.
  4. Deepfake-Schadenfoto-Check für Versicherer mit Heatmap-Explainability: Forensische Modelle markieren Bildbereiche mit hoher KI-Inpainting-Wahrscheinlichkeit als Overlay, damit Sachbearbeiter schnell Ja-oder-Nein-Entscheidungen treffen können.
  5. Sichere Neuerfassung via SafeCam: Besteht weiter Verdacht, wird der Anspruchsteller eingeladen, Fotos in einer browserbasierten Kamerasession neu aufzunehmen, bei der die Belichtungseinstellungen fixiert sind, Bildschirm-Abfotografieren erkannt wird und die Bilder direkt an ein Verifizierungs-Backend gestreamt werden.

Technologische Enabler bei Vaarhaft

Der Vaarhaft Fraud Scanner operationalisiert die ersten vier Schritte. Er führt Synthetic-Image-Probability-Scoring, Metadatenanalyse, Fingerprinting und Heatmap-Exposition in einer modularen Engine aus, erreichbar über einen einfachen API-Call. Da die Plattform nur kryptografische Hashes und keine Kundenfotos speichert, erfüllt sie die DSGVO-Grundsätze der Datenminimierung. Das SafeCam-Modul schließt den Kreis, indem es Kunden ermöglicht, frische, verifizierte Bilder zu liefern, ohne eine native App zu installieren.

Zukünftige Bedrohungen und die Kosten des Nichtstuns

Generative Modelle entwickeln sich rasant weiter. Kommende Versionen werden voraussichtlich physikgetreue Reflexionen simulieren, wodurch heutige Artefakt-Checks weniger zuverlässig werden. Gleichzeitig verschärfen Regulatoren die Vorgaben zur Herkunftsnachweisführung. Versicherer, die keine angemessenen Maßnahmen zum Erkennen synthetischer Bilder im Versicherungsanspruch nachweisen können, riskieren Bußgelder, die jegliche Einsparungen durch schnelle Regulierung übersteigen. Die Business-Case-Logik ist eindeutig: Eine geschichtete Verteidigung kostet weniger Budget als die nachträgliche Schadensbehebung.

KI-gestützte Täuschung umfasst mehr als Schadensfotos. Wenn Ihre Underwriting-Teams mit digital retuschierten Bewertungen kämpfen, lohnt sich unser Beitrag darüber, wie diese Manipulationen das Risikoselektion bedrohen. Für Versicherer, die einen angrenzenden Blickwinkel auf Bildrisiken in ihrem eigenen Bereich suchen, empfehlen wir den folgenden Post über detecting fake insurance claim images.

Synthetische Visuals sind inzwischen ein Mainstream-Betrugsvektor. Versicherer, die automatisches Authentizitätsscoring, Metadatenchecks, Fingerprinting, erklärbare Forensik und kundenfreundliche Neuerfassung kombinieren, können gefälschte Unfallbilder mit KI erkennen, ohne das Schaden-Erlebnis zu verschlechtern. Teams, die den nächsten Schritt gehen wollen, können noch heute ein kurzes Discovery-Gespräch buchen oder echte Anwendungsfälle auf unserer Website erkunden.

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